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Alter! Was geht ... ?

Jugend-Altersvorsorgekongress Stuttgart

Die Exkursion des Neigungskurses Politik der 12. Klassen zur Stuttgarter Finanz- und Anlagemesse Invest versprach informativ zu werden. Als eine von wenigen ausgewählten Klassen waren wir gespannt, was uns am 04. April 2014 auf dem ersten Jugend-AltersvorsorgekongressBaden-Württembergs,welcher im Rahmen der Invest abgehalten wurde, erwarten würde.

 

Veranstaltet wurde der Kongress vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg. Mit dem Motto „Alter! Was geht ... ? Die drei Säulen der Alterssicherung“ sollte uns Jugendlichen die Problematik und Wichtigkeit einer Sicherung im Alter nähergebracht werden.

 

Durch den Kongress wurden wir gekonnt von Michael Lehmann, Moderator des SWR, geführt. Als Einstieg zeigte dieser einen Comedyclip über das Thema Alter, welcher die Stimmung im Saal lockerte und bei uns Neugierde auf den Tag weckte.

 

Als zweiter Punkt stand eine Impulsdiskussion auf der Tagesordnung. Diese wurde von der Arbeits- und Sozialministerin, Katrin Altpeter, einer Studentin, einer Schülerin und zwei Auszubildenden der Deutschen Rentenversicherung geführt. Es wurde deutlich, dass das Interesse an Altersvorsorge bei Jugendlichen zwar besteht, diese je-doch nicht genau wissen, wie eine solche aussieht, welchen Anbietern man hier vertrauen kann und wann man bestenfalls mit ihr beginnen sollte. Viele der Anwesenden, wir eingeschlossen, sind noch nicht einmal mit der Schule fertig, geschweige denn haben jemals eigenes Geld verdient. Da scheint die Altersvorsorge noch weit weg.

 

Nach der Diskussion, welche uns die Meinungen verschiedener junger Menschen vor Augen führte, stellte Dr. Thomas Gensicke von Infratest eine Studie vor, die er über den Zusammenhang von Jugend, Vorsorge und Finanzen angelegt hatte. Die Studie an sich beinhaltete viele wissenswerte Informationen, doch war ihre Vorstellung für uns Jugendliche zu detailliert und zu fachmännisch. Man konnte dieser wissenschaftlichen Präsentation nur schwer folgen, weniger wäre hier mehr gewesen!

 

Aufgelockert wurde das Programm zwischen den Vorträgen immer wieder von einem Freestyle-Rapper und einem Beat-Boxer. Beide versuchten, die Inhalte der Vorträge in jugendlicher und verständlicher Sprache noch einmal wieder zu geben – eine sinnvolle Idee!

 

Als nächster Programmpunkt war Dr. Reinhold Thiede, ein Experte der Deutschen Rentenversicherung aus Berlin, eingeladen. Er beschrieb anschaulich das 1x1 der Altersvorsorge und bezog sich dabei auf deren erste Säule, die gesetzliche Renten-versicherung.Spätestensjetztwusstenwir, was die Alterssicherung überhaupt ist, wie sie funktioniert und welche großen Herausforderungen der demographische Wandel in diesem Bereich erzeugt.

 

Nach einer Mittagspause am Suppenbuffet wurden wir zunächst in den Nachmittag gerappt und bekamen dann die zweite und dritte Säule der Alterssicherung vorgestellt, leider zu ausführlich und abschweifend vom eigentlichen Thema. Klaus Stiefermann (betrieblicheAltersversorgung) und Dr. Peter Schwark (private Versicherungen) gingen beide zu sehr ins Detail, weshalb ihre Vorträge schnell unverständlich und ermüdend wurden. Ebenfalls hatte man den Eindruck, beide Experten wollten nur für ihre Säule der Alterssicherung werben.

 

Um einen Einblick in ein Beratungsgespräch zur Altersversorgung zu bieten, wurde uns ein Clip gezeigt, in welchem Szenen eines solchen Gesprächs inszeniert waren. Desweiteren wurden Interviews mit Beratern der Deutschen Rentenversicherung vor-geführt und, welch Lichtblick, alles in einem Freestyle-Rap zusammengefasst.

 

Krönender Abschluss war eine Podiumsdiskussion aller am Kongress beteiligten Experten. Unter dem Motto: „Gesucht wird der Königsweg!“ sollte uns diese Diskussion helfen, durch die Auseinandersetzung der Diskutanten zu einer eigenen Meinung zu finden und zu entscheiden, welche der vielen Möglichkeiten für das Alter vorzusorgen, für uns die richtige ist. Nach Meinung unserer Gruppe war dies der spannendste Teil des Programms.

 

Fazit: Alles in allem kann man sagen, dass die Grundidee des Kongresses gut war, es jedoch an deren Umsetzung scheiterte. Auf Seite der Jugendlichen besteht durchaus Interesse am Themenkomplex Altersvorsorge, ein Besuch auf einem Altersvorsorgekongress ist daher sehr sinnvoll. Jedoch sollte es sich dabei wirklich um einen Jugend-Altersvorsorgekongress handeln, wie in der Ausschreibung angekündigt. Dies bedeutet verständlich gehaltene Vorträge, weniger frontale Information und statt dessen eine aktive Einbeziehung der Jugendlichen, z.B. in Form von interaktiven Workshops. Die eigentliche Zielgruppe der Veranstaltung kam leider deutlich zu kurz.

 

Sophia Piesch / Angela Wagner (Klasse 13), Alexander Katz

 

 

 



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