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Kristina Isaev

Nachdem das Jahr 2016 schon ausgesprochen erfolgreich begonnen hat, sollte es ebenso in Mannheim vor heimischem Publikum weitergehen. Sybille Dornseiff vom Mannheimer Morgen stellt den neuen Eislaufstar am 8. März vor. 

TALENT DER REGION: Die Mannheimer Eiskunstläuferin Kristina Isaev hat eine erstaunliche Entwicklung genommen

Manchmal kracht es auch mit dem Trainer

MANNHEIM. Kristina Isaev machte es spannend. Die 15-jährige Eiskunstläuferin vom Mannheimer ERC lag bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Berlin nach dem Kurzprogramm (44,88.) noch 3,5 Punkte hinter einer Lokalmatadorin. Dank der besten Kür (80,44) zog sie dann aber mit gerade einmal 1,5 Zählern Vorsprung an der Konkurrenz vorbei. Nach zwei Bronzemedaillen hatte sie endlich ihr Gold-Ziel erreicht. Doch das soll erst der Anfang der Karriere gewesen sein. "Ich bin sehr ehrgeizig, mache mir selbst viel Druck. Ich weiß aber eigentlich, dass ich auch Zeit brauche", würde sie am liebsten so schnell wie möglich ihre Karriere-Ziele EM, WM und Olympische Spielen in Angriff nehmen. "Wenn es 2018 nicht klappt, dann eben 2022." Zweimal war sie bei den "Deutschen" Dritte (Nachwuchs, Junioren), in diesem Jahr gewann sie Gold bei den Juniorinnen.

 

Zurzeit muskuläre Probleme 

Diese klaren Pläne waren es auch, die ihre Eltern veranlassten, 2013 die russische Heimat zum zweiten Mal zu verlassen. "Ich bin in Hagen geboren, aber als ich knapp zwei Jahre alt war, kehrten wir wieder zurück nach Russland." Doch weil das große Eislauftalent dort angesichts der Masse an Konkurrenz nicht so richtig gefördert wurde und die Familie auch wieder näher zu den in Pforzheim lebenden Großeltern ziehen wollte, suchten die Isaevs im Internet nach einem potenziellen Trainer für die Tochter. 

Die Wahl fiel auf Peter Sczypa. Nicht nur wegen seiner weltweit bekannten Qualitäten, sondern auch wegen seiner Russisch-Kenntnisse. "Als ich hierher kam, konnte ich kein Deutsch. Ich habe alles in zwei Jahren der Schule gelernt", ist Kristina schon ein wenig stolz, dass sie nun kein Interview mehr scheuen muss. So, wie sich auch sonst in der Schule durchsetzt - "meine Lieblingsfächer sind Mathematik und alle, die mit logischem Denken zu tun haben" - stellt sie auch auf dem Eis ihren Kampfgeist immer wieder unter Beweis. "Ich bin ein Kämpfertyp und denke immer nur positiv. Wenn im Wettkampf etwas nicht klappt, hake ich es ab und nehme mir vor, daran zu arbeiten. Beeindrucken lasse ich mich von Patzern aber nicht." 

Noch aus Russland gewohnt, fast alles allein zu entscheiden ("Wir waren sehr auf uns allein gestellt"), weiß sie auch im Training, was sie will - und gerät ab und zu mit Coach Sczypa in Konflikt, der lieber selbst die Richtung vorgibt. "Aber wir einigen uns immer", weiß sie, dass ihre Technik zwar schon sehr gut ist, dass die Komponenten (Schrittverbindungen, Pirouetten etc.) aber noch Luft nach oben haben. "Doch präsentieren kann ich, das mag ich gerne", liebt sie Wettkämpfe vor möglichst viel Publikum. 

In den zweieinhalb Jahren, die Kristina jetzt in Mannheim ist, hat sie sich unter Sczypas Fittichen enorm weiterentwickelt und feiert ihre bislang beste Saison. Nach Platz drei in Graz mit sensationellen 141,55 Punkten - nur zwei Russinnen waren besser -, stand sie beim Merano-Cup als Zweite auf dem Treppchen (119,77), bei den "Deutschen" dann ganz oben. Von dort aus will sie auch beim Deutschland-Pokal in Mannheim (10. bis 13. März) die Konkurrenz betrachten. 

Doch noch steht ein Fragzeichen hinter ihrem Start. Wegen einer muskulären Verletzung hält sie sich derzeit mit Trockentraining fit, "aber ich setze alles daran, beim Pokal zu starten." 

KRISTINA ISAEV

Kristina Isaev wurde am 22. Januar 2001 in Hagen (NRW) geboren, kehrte 2003 mit ihren Eltern in deren russische Heimat zurück und zog - auch wegen des Eiskunstlaufens - 2013 mit ihnen nach Mannheim.

Ihr Vater ist leidenschaftlicher Eishockey-Fan, ihr ein Jahr älterer Bruder Arthur ein erfolgreicher Short-Track-Eisschnellläufer beim MERC.

Sie startet seit 2013 für den Mannheimer ERC, ihre Trainer sind Peter Sczypa (Chef) und Francesca Cotogni. Ihre internationale Bestleistung sind 141,55 P.

Sie besucht die 8. Klasse der IGMH, eine Eliteschule des Sports, und ist wegen des Trainings vom Nachmittagsunterricht befreit.

 

http://www.morgenweb.de/mannheim/lokalsport/manchmal-kracht-es-auch-mit-dem-trainer-1.2676147



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