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Grüne bei der U18-Wahl eindeutig vorn

Wer nach dem 28. März, dem Datum der Landtagswahl in Baden-Württemberg, volljährig wurde, hatte, wie es das Gesetz vorschreibt, keine Stimme und damit keine Einflussmöglichkeiten bei der Wahl. Das macht Jugendlichen nicht unbedingt Appetit auf Politik, auch wenn im Gemeinschaftskunde-Unterricht immer wieder die Rede von vielfältigen Mitwirkungsmöglichkeiten, auch Jugendlicher, im politischen Leben ist. Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das ernst macht mit der Einbeziehung von Jugendlichen in die Politik und den Unter-18jährigen die Möglichkeit gibt, die Landtagswahl zumindest zu simulieren. „Für Unter-18-Jährige hat das Wählen eine große Symbolkraft“, sagte der Bildungsreferent des für die Jugendwahl federführenden Landesjugendrings Baden-Württemberg, Udo Wenzl, gegenüber dpa. „Kinder und Jugendliche wollen dabei sein, wenn es um politische Weichenstellungen geht. Bislang haben sie jedoch das Gefühl, ausgegrenzt zu sein, nicht ernst genommen zu werden.“


Nach den Vorstellungen des Landesjugendrings besteht nicht nur die Chance, dass Jugendliche sich artikulieren, sondern Parteien und Politiker hätten auch die Möglichkeit, mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen. „Viele Jugendliche interessieren sich zunächst nicht für Politik, fühlen sich von den Parteiprogrammen, den Nachwuchsorganisationen der Parteien und dem konventionellen Wahlkampf nicht angesprochen“, erläuterte Wenzl. Wichtig sei jedoch, dass das Projekt „U18“ unabhängig von Parteipolitik organisiert wird.

 

Im ganzen Land wurden über 200 Wahllokale eingerichtet. Anders als bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren stimmten die Jugendlichen dieses Mal nicht über das Internet, sondern ganz traditionell per Kreuzchen auf dem Stimmzettel. „Das ist authentischer“, sagt Manfred Shita vom Mannheimer Stadtjugendring.


Ausschlaggebend ist der Wahlkreis, in dem das Wahllokal liegt. Vereinzelt kann es also passieren, dass Schüler nicht im selben Wahlkreis wählen, in dem sie wohnen. In Mannheim beteiligten sich insgesamt rund 20 Schulen, Verbände, Vereine und Jugendhäuser. Mitarbeitern des Mannheimer BDKJ-Jugendreferats organisierten auch mobile Wahllokale und konnten damit den Kreis der Interessenten noch weiter vergrößern.

 

Durch das Engagement der Kollegen Mario Lindenbach und Marc Bugert wurde am Wahltag, dem 18.3.2011, auch im Hörsaal II der IGMH ein Wahllokal eingerichtet. Genau 500 gültige Stimmen wurden gezählt, die sich mehrheitlich auf Grüne und SPD verteilten. Immerhin lag die bis dahin im Land regierende CDU noch knapp über den Piraten.

 

 

 

 
 
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