Die Theaterklasse

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Foto: Pixabay, CC0

Die Theaterklasse

Auch im Schuljahr 2012/2013 entschieden sich wieder 27 Schüler an einer Theaterklasse der IGMH teilzunehmen. Das bedeutet, dass wöchentlich ein 2-stündiger Theaterunterricht in den Stundenplan integriert wird und die Schüler im Laufe des Schuljahres verschiedene Formen des Theaterspielens kennenlernen um das Gelernte dann in einer Aufführung den stolzen Eltern, Geschwistern und Lehrern zu präsentieren.

Das erste Projekt wurde schon zu Schuljahresbeginn in Angriff genommen: der kreative Umgang mit Kinderliedern sollte im Mittelpunkt der ersten Aufführung stehen. Natürlich standen vorher erstmal grundlegende Übungen zu Gestik und Mimik, Bewegungen auf der Bühne und dem Umgang mit der Stimme auf dem Programm. Am Adventsnachmittag fanden sich dann die Familien der Schüler zahlreich im Klassenzimmer ein um z.B. „Hänsel und Gretel“, „Drei klei

ne Fische“ oder „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ szenisch dargestellt zu sehen. Der Applaus am Ende der Vorstellung macht klar, dass sich die Mühe der letzen Wochen gelohnt hatte.

Wenn wir nicht gerade ein Stück proben, lernen wir mit verschiedenen Übungen wie wir unseren Körper und unsere Stimme einsetzen und bestimmte Situationen auf der Bühne umsetzen können. Außerdem ist der Theaterunterricht ja auch an das Fach Kunst gekoppelt, daher haben wir in Klasse 5 Scherenschnitte, Entwürfe für das Bühnenbild und bunte Ostereier aus Pappe gebastelt.

In Klasse 6 geht es in unserem Stück um das Thema Mobbing: Luca, ein 10-jähriger Junge, hat einen Alptraum von dem er seiner Mutter erzählt. Er wird auf seinem Schulweg von einer Jugendbande erpresst,beraubt und körperlich bedroht. Zum Glück war alles nur ein Traum, doch als er sich am nächsten Tag auf den Weg zur Schule macht ...

Seid ihr neugierig geworden? Wie das Stück weitergeht und wie wir es umgesetzt haben (natürlich machen wir auch das Bühnenbild und Maske selbst) könnt ihr am Ende des Schuljahres bei unserer Aufführung sehen.

Und hier noch ein paar Schülerkommentare zum Theaterunterricht:

Mir gefällt an den Theaterstunden ….

 

… dass wir einen großen Raum für’s Theaterspielen haben. (Fouad)

… dass jeder eine wichtige Position hat. (Marcel)

… dass wir tolle Stücke einüben und sie vorstellen . (Carmen)

… dass wir neue Sachen machen und unser Stück am Weihnachtsbasar in der 5. Klasse.  (Elia)

… dass ich viel dazulerne. (Laetitia)

… dass wir originelle Theaterstücke spielen und ich besser auswendig lernen kann. (Mya)

… dass wir immer neue Stücke haben und Texte auswendig lernen. Ich habe viel Schönes erlebt und die Aufführungen sind spitze. (Jennifer)

… dass es abwechslungsreich und witzig ist. (Giovanni)

… dass wir uns als Team und als Klasse immer helfen und uns beraten. (Guiseppe)

… dass es da immer abwechslungsreich, ausgelassen und nie langweilig ist. (Karl)

... dass wir Stücke selbst erfinden dürfen. (Johanna)

… dass wir immer viel Spaß haben. (Nelly)

… dass wir Gestik und Mimik beigebracht bekommen. (Vasili)

Die Theaterklasse 6g (Schuljahr 2013/2014)

Blick auf die Theaterklasse

Die IGMH ist seit Jahren für ihre Theaterarbeit bekannt, und so ist es nicht verwunderlich, dass es in diesem Schuljahr eine Klasse mit Theaterschwerpunkt geben sollte. Prof. Wolf Wilms und Serdar Gür machten die Schüler der Klasse 5g in wöchentlich zwei Stunden Theaterunterricht mit den Vorzügen des choreographischen Theaters bekannt. Mancher wird sich nun fragen: „Wieso zwei Stunden guten Fachunterricht ersetzen durch Theaterunterricht?“
(Schüleräußerungen zur Theaterklasse in kursiver Schrift)

„Der Theaterunterricht ist der beste Unterricht der Schule, denn die Lehrer sind sehr nett und man lernt den Körper zu beherrschen. Außerdem lernt man, sich zu konzentrieren. Aber das Beste ist immer noch, auf der Bühne zu stehen und von allen angekuckt zu werden und im nächsten Augenblick lachen sie, weil du einen witzigen Text gelesen hast.“ (Nico)

Die Schüler der Klasse 5g erlernten zuerst grundlegende Bewegungstechniken. Bestimmte Abläufe wie etwa das Hinsetzen und Aufstehen wurden geübt. Recht schnell lernten unsere zehn- oder elfjährigen Schüler, ihre eigenen Bewegungen zu reflektieren und entsprechend einer gewünschten Außenwirkung abzuändern. Die Schüler funktionierten dabei hervorragend als Gruppe und es war eine Freude, ihnen bei ihrer Arbeit zuzusehen. Dabei kam es ihnen zugute, dass das choreografische Theater ihren natürlichen Bewegungsdrang nicht – wie der - „normale“ Unterricht – unterdrücken wollte, sondern dass die Theaterlehrer genau mit diesem Drang arbeiten.

Nach nur vier Monaten Theaterunterricht führte die 5g ihr erstes Stück auf. In „Atlantis“ sucht ein Junge nach seinem verschollenen Vater, der sich der sagenumwobenen Unterwasserstadt befinden soll. Dass sich Menschen in unserer Fantasie unter Wasser nur langsam bewegen können, half den Theaterlehrern dabei, den Schülern die Vorteile von langsamen tänzerischen Bewegungen vor Augen zu führen. Schon bei den wöchentlichen „Proben“ (=Unterricht) stellte sich heraus, dass der Theaterunterricht noch mehr zu leisten vermochte: Zeitweise waren Geschlechtergrenzen und Sympathien/ Antipathien innerhalb der Klasse aufgehoben. Die Unterwasserwelt wird nämlich von sogenannten „Göttern“ regiert, die ihre eigenen „Soldaten“ um sich scharen. So bewegte sich den nicht nur ich bekommen habe, sondern auch meine ganze Klasse!!!

Das Tolle ist, dass wir den besten Zusatzunterricht und den Applaus noch dazu bekommen. (Joshua)

Nach der ersten Aufführung und der Erfahrung, etwas in anderen Menschen bewirken zu können, wollten die Schülerinnen und Schüler der 5g mehr. Sie waren nun hochmotiviert, ihre Fähigkeiten weiter zu verbessern und weiter an sich zu arbeiten, was wohl auch daran lag, dass nun alle zum „Jungen Nationaltheater“ gehörten und vier Freieintritte im Jahr geschenkt bekamen. Selbstverständlich kam es da allen gelegen, dass Wolf Wilms und Serdar Gür zusammen mit Katharina Brechensbauer und ihren Schülern aus der Klasse 8c ein Stück namens „Koffer – sonst nichts“ aufführen und Schüler der Klasse 5g hinzunehmen wollten. Glücklicherweise handelte es sich bei diesem Stück um ein Projekt aus der Theaterwerkstatt des Nationaltheaters Mannheim. Mehrere Theatergruppen würden dieses Stück aufführen, so dass man sich untereinander vergleichen konnte.

Das Schuljahr fand ich sehr aufregend! Wir hatten als Theaterklasse mehrere Aufführungen. Am tollsten fand ich die in Heidelberg, „Koffer – sonst nichts“, stets ein kleines Grüppchen von 4 oder 5 Schülern gemeinsam durch den Raum. Ohne es zu merken, setzen sich die Schülerinnen und Schüler dabei mit den Prinzipien der Zusammenarbeit innerhalb eines echten Teams auseinander: Jeder findet sich in seiner Rolle ein und gibt sein Bestes für das Fortkommen der Gruppe. Es liegt an der unermüdlichen Arbeit von Wolf Wilms und Serdar Gür und dem Vertrauen der Schüler in ihre Theaterlehrer, dass die neu erlernten Fähigkeiten der Schüler bei einem ersten Theaterabend an der IGMH im Januar zu bestaunen waren.

Am besten waren die Theaterlehrer, ich verdanke ihnen den großen Applaus, dort war ich mit all meinen Freunden ein Wolf. Aber Theater ist auch gut für den Schulalltag. Es hilft sich zu konzentrieren. (Frederike)

„Koffer – sonst nichts“ handelt von Migration. Es zeigt den Werdegang eines Jungen namens Naz, der sich ohne Vater und Mutter auf den Weg zu seinem Bruder macht, der es bis in das wohlhabende Europa geschafft hat. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5g spielten in dem Stück ein Wolfsrudel, sie stellten ein Schiff dar, welches Schiffbruch erleidet und spielten drei kleine Gangster, die Naz ausrauben wollen. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass das Vertrauen in die Theaterlehrer so weit ging, dass zwei Schüler Mut zeigten und alleine auf der Bühne sangen oder sprachen. Einen Höhepunkt mitten im Schuljahr bildete sicher das Delta-Festival im Zwinger 3 in Heidelberg. Dort durften die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5g erneut „Koffer – sonst nichts“ aufführen.

Mir hat das Delta Festival am besten gefallen, denn da haben wir als Klasse zusammengearbeitet. Unser Stück hieß ,,Koffer – sonst nichts“. Im Theater habe ich Disziplin gelernt und langsame Bewegungen. Ich mag Theater. (Denis)

Besonders gut hat mir der Besuch in Heidelberg gefallen. Ich finde es super von Herr Wilms und Herrn Gür, dass sie uns so motivieren!!! Ich finde Theater super, weil wir uns da mehr konzentrieren können. (Alissa)

Zum Schuljahresende befanden sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5g in einer heißen Probenphase. Geplant ist die Aufführung eines altbekannten Jugendbuchklassikers, den jeder kennt. Er handelt von einem kleinen blonden Jungen, den niemand wollte…

Zum Abschluss: Auf die Frage, was ihnen der Theaterunterricht in diesem Schuljahr gebracht hätte, antworteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5g wie folgt:

Gefallen hat mir, dass die Schule nie langweilig war. Als Mitglied der Theaterklasse machte ich eine Menge Erfahrung und lernte das andere Theater, das ich noch nie machte, und zwar das tänzerische Theater, kennen. Es gefiel mir sehr und wurde mein Lieblingstheater. (Djordje)

Der Theaterunterricht hat mir sehr gut gefallen. Ich habe jetzt viel mehr Disziplin. Theater ist einfach meine Lieblingsbeschäftigung. (Alliya)

Ich wollte in die Theaterklasse, weil mir Theater Spaß macht. Ich fand dieses Jahr echt cool. Wir waren oft im Schnawwl und im Zwinger 3. Dort haben wir den Jungen mit dem Koffer aufgeführt. (Lotta)

Ich habe gelernt, dass es darauf ankommt, wie man sich verhält. Man muss lernen, dem Theaterlehrer zuzuhören und das in die Tat umzusetzen, was er einem sagt. (Niels)

Das Stück „Koffer, sonst nichts!“ war ein voller Erfolg. Die Leute klatschten und klatschten, wir waren so froh, als es endlich fertig war. Mir wären fast die Tränen gekommen. Nach dem Stück haben uns die Leute ausgequetscht, dass wir erzählen, was wir gefühlt haben und wie wir gefühlt haben und was uns am besten gefallen hat. Na ja, es war einfach ein sehr toller Tag. Am Anfang war ich froh, dass ich in die Theaterklasse gekommen bin, denn viele haben sich beworben und ich wurde von vielen ausgewählt. Und heute bin ich froh, dass ich in der Klasse bin. (Stella)

Als Mitglied der Theaterklasse habe ich mehr Disziplin und kann mich auch besser beherrschen. Wenn man ein Jahr lang Theater macht, lernt man sehr viel dazu. (Gregory)

Marko Schleicher und die 5g (Schuljahr 2010/2011)